Adam und Eva

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Adam und Eva, Albrecht Dürer, 1507
Adam und Eva, Albrecht Dürer, 1507

Adam (hebr. אדם‎, adam, „Mensch“, „der von der Erde Genommene“) und Eva (hebr. חוה‎, chawah, „die Belebte“) waren nach dem Schöpfungsbericht der Genesis das erste Menschenpaar. Dem liegt eine okkulte Wahrheit zugrunde. Als sich die Sonne bereits von der Erde getrennt hatte, die Mondenkräfte aber noch in ihr wirksam waren, wurde es für die Menschenseelen immer schwieriger, ihren Aufenthalt auf der Erde zu nehmen, da sie die durch die Mondenkräfte immer mehr verhärtete irdische Substanz nicht mehr bemeistern konnten. Das feste Erdelement gab es zwar damals noch nicht, die Erde war erst bis zum flüssigen Zustand verdichtet. Auch lebten die Menschen damals noch nicht in einem dichten fleischlichen Leib, sondern in einem noch viel feineren ätherischen Zustand; dennoch war auch dieser Zustand bereits zu starr geworden, um den Menschen geeignete Lebensbedingungen zu bieten. Immer mehr Seelen wanderten daher in die verschiedenen Planetensphären ab, bis im wesentlichen nur mehr ein Hauptpaar zurückblieb, das die Bibel Adam und Eva nennt.

Adam und Eva lebten ursprünglich noch im ätherischen Paradieseszustand. Die Geschlechtertrennung hatte noch nicht stattgefunden. Sie wurde erst als Folge der luziferischen Versuchung herbeigeführt. Durch den Sündenfall wurde der Mensch aus dem Paradies verstossen und musste auf die Erde heruntersteigen in eine noch viel dichtere Stofflichkeit. Das war überhaupt nur dadurch möglich, dass zugleich die verhärteten Mondenkräfte durch Jahve aus der Erde herausgezogen wurden. Damit begann die Zeit der irdischen Inkarnationen des Menschen. Jetzt erst konnte der Mensch allmählich sein individuelles Ich entwickeln.

Die nun von außen auf die Erde einwirkenden Mondenkräfte bewirkten die Geschlechtertrennung und Jahve wurde der Herr der irdischen Fortpflanzungskräfte, die nun erstmals auf Sexualität beruhte. Die Sexualorgane waren allerdings die letzten, die sich im dichten Fleisch ausbildeten. Anfang waren sie noch rein vegetabile, pflanzenartige Organe. Die astralen Triebkräfte spielten bei der Fortpflanzung noch keine Rolle, sondern nur die lebensspendenden Ätherkräfte.

"Die Sexualorgane waren lange pflanzlicher Natur, und sie werden auch am frühesten wieder zur pflanzlichen Natur zurückkehren. Erst als in der Entwickelung des Menschen das Ich schon tief in den Astralleib hinuntergestiegen war und die eigensüchtigen Begierden tief eingedrungen waren, da gestalteten sich die ehemals pflanzlichen Organe um und wurden fleischliche Organe." (Lit.: GA 101, S 58)

Die Bibel weist auf diesen Zustand mit dem Feigenblatt hin, mit dem Adam und Eva ihre Blöße bedeckten, nachdem sie vom Baum der Erkenntnis gegessen hatten. Aus diesen Kräften wurde auch das natürliche Hellsehen gespeist, das damals noch alle Menschen in reichem Maß hatten. Als dann später die Sexualorgane immer mehr von den Astralkräften ergriffen wurden, begann nach und nach das urprüngliche Hellsehen zu schwinden und der Egoismus erwachte immer mehr. Dadurch wurde das Selbstbewusstsein des Menschen vorbereitet, zugleich aber lief er auch Gefahr, immer mehr in die Hände der Widersachermächte zu fallen.

Literatur

  1. Rudolf Steiner: Mythen und Sagen. Okkulte Zeichen und Symbole, GA 101 (1992)
Literaturangaben zum Werk Rudolf Steiners folgen, wenn nicht anders angegeben, der Rudolf Steiner Gesamtausgabe (GA), Rudolf Steiner Verlag, Dornach/Schweiz
Email: verlag@steinerverlag.com URL: www.steinerverlag.com. Die Volltextsuche im schriftlichen Gesamtwerk ist derzeit leider nicht verfügbar.

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