Avatar
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Ein Avatar (Sanskrit, m., अवतार, avatāra, wörtl.: "Abstieg", von ava- "hinab" und tṝ "überqueren") ist eine übermenschliche geistige Wesenheit, die sich zum Wohle der Menschheit völlig selbstlos ein- oder mehrmals in einem menschlichen Leib inkorporiert, ohne daraus Früchte für seine eigene Entwicklung zu ziehen. Einzelne oder mehrere Wesensglieder des Menschen, die von einem Avatar beseelt werden, können nach dessen Tod vervielfältig und auf spätere Menschen übertragen werden - in vorchristlicher Zeit in der Regel aber nur auf blutsverwandte Menschen. So war Sem, der Sohn Noahs, in seinem Ätherleib von einem Avatar durchdrungen. Dadurch konnte den Nachkommen Sems, den Semiten, vervielfältigte Abbilder dieses Ätherleibs einverleibt werden. Der Ätherleib des Sem wurde aufbewahrt und auf Melchisedek, den großen Sonnen-Eingeweihten der Atlantis, übertragen, damit er seine Mission, die Initiation Abrahams, erfüllen konnte.
Christus ist der größte Avatar, der als einziger alle Wesensglieder eines Menschen, des Jesus, bis zum physischen Leib herunter durchdringen konnte, so dass man hier von einer vollständigen Inkarnation, sonst aber nur von einer Inkorporation sprechen kann. Die vervielfältigten Abbilder der Wesensglieder des durchchristeten Jesus spielten eine große Rolle bei der Entfaltung des Christentums. Die Blutsverwandtschaft hatte für die Übertragung dieser durchchristeten Wesensglieder auf spätere Menschen keine Bedeutung mehr.
Literatur
- Rudolf Steiner: Geisteswissenschaftliche Menschenkunde, GA 107 (1973), Fünfzehnter Vortrag, Berlin, 15. Februar 1909
- Rudolf Steiner: Das Prinzip der spirituellen Ökonomie im Zusammenhang mit Wiederverkörperungsfragen, GA 109/111 (1965)


