Gedächtnis
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Das menschliche Gedächtnis hängt sehr wesentlich mit der lebendigen Tätigkeit des Ätherleibs, sehr spezifisch aber auch mit der organischen Tätigkeit des physischen Leibes zusammen. Rudolf Steiner hat sehr detailierte Angaben aus anthroposophischer Sicht zum Prozess der Gedächtnisbildung gegeben.
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Gedächtnisbildung
Alle sinnliche Wahrnehmung und alle Gedanken werden uns zunächst dadurch bewusst, dass sich die Nerventätigkeit in das Blut, in die Bluttafel einschreibt. Damit das unmittelbar seelisch Erlebte im Gedächtnis verankert werden kann, müssen die vom Herzen aufsteigenden Ätherströme dazu kommen. Diese strahlen von der Zirbeldrüse wie von einer elektrisch geladenen Spitze aus.
Dem entgegen kommt aus dem unteren Organismus eine zweite, mit der Lymphe verbundene aufnahmebereite Ätherströmung, die ihre letzten Ausläufer bis zur Hypophyse sendet. Das Gedächtnis bildet sich, indem sich die Spannung zwischen diesen beiden Strömungen ausgleicht und so das zu Erinnernde in die Tiefe des Organismus aufgenommen wird. Das gilt auch für jene Kräfte, die in den Organen für die nächste Inkarnation aufgespeichert werden.
Damit es zur Gedächtnisbildung kommt, muss also das, was an Gedankenformen durch das Ich dem vom Herzen aufsteigenden Ätherstrom eingeprägt wurde, den naturhaften Ätherkräften des Leibes übergeben werden. Das Erlebte wird dadurch unabhängiger von Ich und Astralleib und versinkt deshalb zunächst im Unterbewusstsein.
Dem sprichwörtlichen Elefantengedächtnis zum Trotz gibt es einen vergleichbaren Prozess bei den Tieren nicht. Bloßes Wiedererkennen, wie es auch die Tiere haben, ist nur eine Vorstufe der menschlichen Erinnerungsfähigkeit:
- "Wir befinden uns am Schnittpunkt zwischen Wiedererkennen und Erinnern. Tiere werden ganz oder überwiegend vom Wiedererkennen geleitet. Wir kennen das ja auch: Wir verlassen unseren zu packenden Koffer absichtsvoll, um im Schrankraum zu bemerken, dass das Ziel der Absicht verloren ging. Wir kehren sogleich zum offenen Koffer zurück und der „zeigt" uns geradezu: „Den Pyjama habe ich vergessen". So könnte ich den Weg vom Bahnhof Florenz zur Accademia einem, der Florenz nicht kennt, keineswegs verlässlich angeben. Komme ich aber selber an, verlasse ich mich getrost auf die Landmarken: da die Trattoria, dort die Brücke, die mich verlässlich leiten werden. Das Wiedererkennen ist die ältere und meist verlässliche Form unserer Orientierung; und wir sind nur zu wenig aufmerksam, um das zu bemerken. In der Regel aber sind wir gewohnt, zurückliegende Bilder abrufen zu können; wir sagen dann: uns ihrer zu erinnern." (Lit.: Riedl, S 42f)
Tiere haben kein Gedächtnis im menschlichen Sinne und sie können auch keine Kräfte in eine nächste Inkarnation hinüberbringen. Zwar leben die Erlebnisse des Astralleibes als Bilder bzw. als vitale Kräfte im Ätherleib fort, aber diese Bilder können nicht bewusst erinnert und auf vergangene Erlebnisse bezogen werden. Es kann allerdings eine starke emotionale Spannung ausgelöst werden, wenn diese Bilder mit ähnlichen gegenwärtigen Erlebnissen korrespondieren - das liegt dem Elefantengedächtnis zugrunde.
In der Nacht, wenn unser Astralleib herausgeht, gestaltet er, im Ätherleib die Gedächtnisspuren lesend, die Erinnerungen zu bewegten Traumbildern um:
"Wenn Sie den Versuch machen, einmal genau sich zu erinnern, wie das Gedächtnis des Menschen eigentlich wirkt, namentlich wenn Sie einschließen in diese Rückerinnerung Ihre Träume, dann werden Sie finden, daß zum Beispiel in die Träume im wesentlichen dasjenige hineinspielt, was eigentlich kurz vorher verlaufen ist, nicht in den inneren Gang des Träumens, aber in die Bilderwelt des Traumes spielt hinein, was in der letzten Zeit verlaufen ist. Mißverstehen Sie mich nicht. Es kann natürlich Ihnen etwas träumen, was vor vielen Jahren an Sie herangetreten ist; aber es wird Ihnen nicht träumen dasjenige, was vor vielen Jahren an Sie herangetreten ist, wenn nicht in den allerletzten Tagen etwas eingetreten ist, was in irgendeiner Gedanken- oder Empfindungsbeziehung zu dem ist, was vor Jahren da war. Die ganze Natur des Träumens hat etwas zu tun mit demjenigen, was unmittelbar in den letzten Tagen verlaufen ist. Beobachtung darüber setzt natürlich voraus, daß man sich eben einläßt auf solche Feinheiten des menschlichen Lebens. Wenn man sich einläßt, so liefert die Beobachtung so exakte Ergebnisse, wie nur irgendeine exakte Naturwissenschaft liefern kann." (Lit.: GA 201, S 187f)
Damit hängt zusammen, dass sich die Gedächtnisbildung sich erst nach zwei bis drei Tagen konsolidiert:
"Ungefähr nach zweieinhalb bis drei Tagen, manchmal eben auch schon nach eineinhalb Tagen, nach zwei Tagen, aber nicht, ohne daß wir darüber geschlafen haben, drückt sich dasjenige, was wir erleben im Umgange mit der Welt, von unserem astralischen Leibe aus in unseren Ätherleib ein. Damit es dadrinnen befestigt sei, braucht es immer eine Zeit. Und wenn wir mit dieser Tatsache die andere vergleichen, daß wir im gewöhnlichen Leben wechselweise trennen physischen Leib und Ätherleib - astralischen Leib und Ich im Schlafen und im Wachen wieder zusammenfügen, so müssen wir uns sagen, es ist ein gewisser loserer Zusammenhang zwischen physischem Leib und Ätherleib auf der einen Seite und Ich und astralischem Leib auf der anderen Seite. Ätherleib und physischer Leib bleiben zwischen Geburt und Tod immer beisammen, Ich und astralischer Leib bleiben auch beisammen. Aber astralischer Leib und Ätherleib bleiben nicht beisammen. Die gehen jede Nacht auseinander. Da ist ein loserer Zusammenhang zwischen Astralleib und Ätherleib als zwischen Ätherleib und physischem Leib. Dieser losere Zusammenhang, der drückt sich dadurch aus, daß erst gewissermaßen ein Auseinandersein da gewesen sein muß zwischen dem astralischen Leib und dem Ätherleib, bis das, was wir erleben durch unseren astralischen Leib, sich eindrückt in den Ätherleib. Und wir können sagen, wenn irgendein Ereignis auf uns wirkt, wirkt es ja im wachen Zustand auf uns. Bedenken Sie doch nur, wenn Sie einem Ereignisse bei tagwachendem Zustand gegenüberstehen, so wirkt das Ereignis auf Ihren physischen Leib, Ätherleib, astralischen Leib und auf Ihr Ich. Nun ist aber dennoch ein Unterschied in bezug auf die Aufnahme. Der astralische Leib, der nimmt die Sache sofort auf. Der Ätherleib braucht eine gewisse Zeit, um die Sache so in sich befestigen zu lassen, daß nun ein voller Einklang ist zwischen dem Ätherleib und dem astralischen Leib." (Lit.: GA 201, S 187f)
Der Erinnerungsvorgang
Alle Erinnerung ist eigentlich ein Lesen im Ätherleib, bzw. früher sogar ein Lesen in der Ätherwelt selbst gewesen. Bei der Erinnerung lesen wir mehr von außen im eigenen Ätherleib. Ich und Astralleib trennen sich ganz leise vom Ätherleib, wie es ähnlich auch im Schlaf geschieht (hier allerdings viel stärker, so dass das Bewusstsein schwindet). Man kommt so dem Erleben des eigenen Astralleibes näher.
Der Ätherleib ist der Träger des Gedächtnisses, und sich zu erinnern bedeutet, dass man im Ätherleib lesen gelernt hat – und zwar in jenem Teil, der nicht für die Erhaltung des physischen Organismus benötigt wird. Solange sich die Gedächtnisprozesse aber rein ätherisch abspielen, kommt es noch nicht zu einem individuellen, sondern zu einem kollektiven Gedächtnis, das durch die ganze Ahnenreihe fließt, die durch einen gemeinsamen Lebensstrom, durch die Blutsbande, verbunden ist. Das war noch beim Atlantier der Fall. Mit dem Übergang vom kollektiven zum individuellen Gedächtnis ging auch allmählich das Bewusstsein für die wiederholten Erdenleben verloren. Das Erinnerungsvermögen schränkte sich auf die einzelne irdische Persönlichkeit ein.
Die Umwandlung des kollektiven zum individuellen Gedächtnis wurde wesentlich durch die in der nachatlanischen Zeit aufgekommene Kultur des Weintrinkens gefördert. Der Alkohol löscht die alte atlantische Gedächtnisform aus. Im Neuen Testament wird das durch die Hochzeit von Kaana angedeutet:
"Auf der Hochzeit zu Kana wird das Wasser in Wein verwandelt. An diese Tatsache knüpft sich ein symbolischer universeller Sinn: Im religiösen Kultus soll das Wasseropfer zeitweise durch das Weinopfer ersetzt werden.
Es gab in der Geschichte der Menschheit eine Zeit, in welcher der Wein noch unbekannt war. Zur Zeit der Veden kannte man ihn kaum. Nun, solange die Menschen keine alkoholischen Getränke tranken, war die Vorstellung von vorhergehenden Daseinsstufen und von der Vielzahl von Erdenleben überall verbreitet, und niemand zweifelte daran. Seitdem die Menschheit Wein zu trinken begann, verdunkelte sich die Idee der Reinkarnation ganz schnell und verschwand schließlich aus dem allgemeinen Bewußtsein. Sie wurde nur bewahrt durch die Eingeweihten, die sich des Weingenusses enthielten. Denn der Alkohol hat auf den menschlichen Organismus eine besondere Wirkung, insbesondere auf den Ätherleib, in dem das Gedächtnis seinen Sitz hat. Der Alkohol verschleiert das Gedächtnis, verdunkelt es in seinen inneren Tiefen. Der Wein schafft Vergessenheit, sagt man. Dabei handelt es sich nicht um ein oberflächliches, momentanes Vergessen, sondern um ein tiefes und dauerndes Vergessen, um eine Verfinsterung der Gedächtniskraft im Ätherleib. Daher verloren die Menschen, als sie sich anschickten Wein zu trinken, nach und nach ihr ursprüngliches Gefühl für die Wiederverkörperung.
Nun hatte aber der Glaube an die Wiederverkörperung und an das Karmagesetz einen mächtigen Einfluß nicht nur auf die Persönlichkeit, sondern auch auf ihr soziales Empfinden. Er ließ sie die Ungleichheit der menschlichen Lebensumstände hinnehmen. Wenn der unglückliche ägyptische Arbeiter an den Pyramiden arbeitete, wenn der Hindu der untersten Klasse an den gigantischen Tempeln im Herzen der Berge baute, sagte er sich, daß ein anderes Dasein ihn für die tapfer ertragene schwere Arbeit entschädigen würde, wenn er gut war; daß sein Meister schon durch ähnliche Prüfungen hindurchgegangen war; oder daß er später durch noch härtere Prüfungen hindurchgehen müsse, wenn er an der Gerechtigkeit zweifelte und übel gesinnt wäre.
Als aber das Christentum herannahte, sollte die Menschheit durch eine Epoche hindurchgehen, in der sie sich ganz auf ihre Erdenaufgabe einstellte. Sie sollte an der Verbesserung dieses Lebens wirken, an der Entwickelung des Intellekts, an der verstandesmäßigen wissenschaftlichen Erkenntnis der Natur. Das Bewußtsein von der Wiederverkörperung sollte demgemäß für zweitausend Jahre verlorengehen. Und das Mittel, das zu diesem Zweck angewendet wurde, war der Wein.
Das ist der tiefe Grund der Verehrung des Bacchus, des Gottes des Weines, der Trunkenheit. Es war dies die volkstümliche Form des Dionysos der alten Mysterien, der an sich einen ganz anderen Sinn hatte. Das ist auch der symbolische Sinn der Hochzeit zu Kana. Das Wasser spielt seine Rolle beim alten Opferdienst, der Wein beim neuen. Die Worte des Christus: « Selig, die nicht sehen und doch glauben», beziehen sich auf die neue Ära des Menschen, wo der Mensch, ganz seinen Erdenaufgaben hingegeben, weder die Erinnerung an frühere Inkarnationen noch die direkte Schau in die geistige Welt haben soll." (Lit.: GA 94, S 50 ff)
Das Gedächtnis wird erst individualisiert, wenn bei der Gedächtnisbildung dem physischen Leib deutliche Spuren eingegraben werden. Für rein geistige Erlebnisse ist das nicht möglich, sondern nur für das, was sinnlich wahrgenommen und verstandesmäßig bedacht wird. Das Erlebte wird dadurch zunächst gewissermaßen in die Tiefe des Organismus hinein vergessen, und der sonst freie Teil des Ätherleib wird nun an den physischen Leib gebunden, um die Gedächtnisspuren zu bewahren. Beim Erinnerungsvorgang wird der Ätherleib kurzfristig vom physischen Leib abgezogen, so dass wieder im Ätherleib gelesen werden kann. Der Erinnerungsvorgang bedeutet also eine ganz reale kurzfristige Vergeistigung. Die Spuren im physischen Leib beginnen sich dadurch aufzulösen, werden allerdings nach dem vollendeten Erinnerungsvorgang wieder regeneriert, meist in leicht modifizierter Form.
Denken und Gedächtnis
Das Gedächtnis des heutigen Menschen hängt, wie unser deutsches Wort dafür zurecht andeutet, sehr wesentlich mit dem Denken zusammen. In der Regel können wir uns heute nur an die Erlebnisse erinnern, die wir mit dem mehr oder minder wachen Denken begleitet haben.
Im Denken erschaffen wir ununterbrochen Elementarwesen, die fortan in unserem Ätherleib leben. In ihnen leben unsere Gedanken weiter, sie sind das lebendige ätherische Gedächtnis. Wir werden uns ihrer heute aber normalerweise erst bewusst, wenn sie sich mit dem physischen Leib verbinden und genau in diesem Moment von diesem aus einen schwachen und teils verzerrten Reflex in unser Seelenleben werfen. Der physische Leib wirkt wie ein – allerdings stark beschlagener und verunreinigter – Spiegel. Indem sich die Gedankenlebewesen mit dem physischen Leib verbinden, arbeiten sie gestaltend an diesem. Durch die Verbindung mit dem festen physischen Leib nehmen die Gedankenlebewesen eine erstarrte Gestalt an – wie Eisblumen auf einer Fensterscheibe. Die lebendigen Gedanken werden so zum Gedächtnisschatz abgelähmt. Dieser ruht zunächst unter der Schwelle des Bewusstseins in den Tiefen der leiblichen Organisation. Beim Erinnerungsvorgang lösen sich diese Elementarwesen kurzfristig vom physischen Leib und werfen beim Wiederverbinden das blasse Erinnerungsbild in unsere Seele.
Die organische Grundlage des Gedächtnisses
Im Kopf konzentrieren sich die nach außen geöffneten Sinnesorgane, während im restlichen Organismus die Organe ihre Tätigkeit wesentlich im Innern entfalten.Im Kopfbereich entfalten auch die drei seelischen Wesensglieder am stärksten ihre Wirkungen und sie bilden die Grundlage für das wache Tagesbewusstsein und das damit verbundene Selbstbewusstsein. In diesen seelischen Wesensgliedern lebt das Ich bewusst. Das Ich erlebt sich in diesen drei seelischen Wesensgliedern in unmittelbarer Geistesgegenwart. Es ist hier zunächst kein Rückblick auf die Vergangenheit, also auch keine Erinnerungsfähigkeit möglich, wie auch kein prophetischer Vorblick auf die Zukunft.
Indem der restliche Organismus die Seelenerlebnisse in sehr differenzierter Weise an der Oberfläche der einzelnen Organe zurückspiegelt, wird er zum unentbehrlichen Werkzeug für das Gedächtnis - und gibt dadurch auch erst dem Ich-Bewusstsein seine notwendige Kontinuität. Teilweise wirken die Erlebnisse auch ins Innere der Organe hinein und werden von den Drüsenorganen zu Absonderungen umgewandelt bzw. werden hier in Verbindung mit der Tätigkeit des Stoffwechsel-Gliedmaßen-Systems sogar Kräfte aufgebaut, die in der nächsten Inkarnation den Organismus gestalten:
So spiegelt die Lungenoberfläche abstrakte Gedanken wider. Gedanken, die sich an äußere Wahrnehmungen anknüpfen gehen in das Innere der Lunge und werden hier zu Kräften, die in der nächsten Inkarnation den Kopf äußerlich formen. Werden diese Kräfte schon in dieser Inkarnation frei, führen sie zu Illusionen - bei Lungenerkrankungen kann man das oft bemerken.
Die Leberoberfläche spiegelt emotional gefärbte Gedanken. Insbesondere hängt die Leber mit dem musikalischem Empfinden zusammen. Die Klangätherkräfte wirken sehr stark im Chemismus der Leber. Musikalische Menschen haben im vorigen Leben lebendige Eindrücke mitfühlend aufgenommen und konnten leicht von Fröhlichkeit zu Traurigkeit - und umgekehrt - übergehen. Die Kräfte, die sich im Inneren der Leber ausbilden, bewirken in der nächsten Inkarnation die innere Disposition des Gehirns. Wirken sie schon in dieser Inkarnation, entstehen Halluzinationen, Visionen.
Im Nierensystem bereitet sich die künftige Temperamentsanlage vor, aber so, wie sie dann vornehmlich durch den Kopf wirkt und dessen Tätigkeit emotional beeinflusst. Werden diese Kräfte schon jetzt aktiv, entstehen Hypochondrie, Depression etc.
Am Herzen werden Gewissensbisse reflektiert. Im Innern bereiten sich die Kräfte vor, die in der nächsten Inkarnation das äußere Leben bzw. unsere Taten mitbestimmen - das sind also die eigentlichen karmischen Anlagen. Werden diese Kräfte jetzt schon aktiv, äußert sich das in Tobsucht.
Die Metamorphose der Gedächtniskräfte nach dem Tod
Das wirkliche lebendige ätherische Gedächtnis lernen wir erst nach dem Tod, wenn wir vom physischen Leib befreit sind, in Form eines unfassenden Lebenspanoramas kennen, das die Summe aller von uns während des irdischen Lebens geschaffenen Gedankenlebewesen umfaßt, von denen oben die Rede war, die dann gleichzeitig vor unserem geistigen Blick stehen. Die Zeit wird dann nicht als ein Nacheinander erlebt, sondern als ein Nebeneinander. Die zeitliche Orientierung finden wir dadurch, dass wir den Gedankenlebewesen gleichsam ihr jeweiliges Alter ansehen.
Etwa drei Tage nach dem Tod verblaßt das Lebenspanorama indem unser Ätherleib der allgemeinen Ätherwelt übergeben wird. Doch gehen die Kräfte, die wir durch die Gedächtnisbildung unserem Organismus eingeschrieben haben, nicht verloren. Nach dem Tod verschwinden die gestaltbildenden Kräfte des Kopfes sehr bald, während die Kräfte des restlichen Organismus den Kopf der neuen Inkarnation zu gestalten beginnen. Innere Organe werden so ihren Gestaltkräften nach zu Nerven-Sinnesorganen. Das Blutsystem wird zum Nervensystem (so wird etwa die Aderhaut des Auges zur Netzhaut) und das Herz zur Zirbeldrüse. Die Milz schlüpft gleichsam durch die Leber hindurch und erscheint in der neuen Inkarnation im Gehörorgan wieder.
Literatur
- Rupert Riedl, Meine Sicht der Welt, Seifert Verlag, Wien 2004
- Rudolf Steiner: Kosmogonie, GA 94 (1979), Paris, 31. Mai 1906
- Rudolf Steiner: Entsprechungen zwischen Mikrokosmos und Makrokosmos. Der Mensch - eine Hieroglyphe des Weltenalls., GA 201 (1987), Zwölfter Vortrag, Dornach, 8. Mai 1920
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