Freiheit

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Die Möglichkeit der Freiheit des Menschen liegt nach Rudolf Steiner darin begründet, dass er die Gesetze seines eigenen Handelns erkennen kann. Die Erkenntnis dieser Gesetzmäßigkeiten ist zunächst nur ein Sonderfall des Erkennens überhaupt, doch indem die Erkenntnis sich auf die eigene Tätigkeit des Ichs richtet, ist diese Gesetzmäßigkeit nichts außerhalb des erkannten Objektes, des Ichs, Gelegenes, sondern der Inhalt des im lebendigen Tun begriffenen Ich selbst, das diese Gesetze als aus sich selbst hervorbringt. Erkennender und Erkanntes, Subjekt und Objekt, sind identisch, und damit beherrschen uns nicht von außen gegebene sittliche Gesetze, sondern wir nehmen sie in unser eigenes Wesen auf und vollziehen nur das, was wir uns selbst befehlen. Damit wird im Sinne Steiners die sittliche Autonomie des Menschen begründet.

Seine Gedanken zur Freiheit hat Rudolf Steiner ausführlich in seinen grundlegenden philosophischen Schriften dargestellt, vor allem in "Grundlinien einer Erkenntnistheorie der Goetheschen Weltanschauung mit besonderer Rücksicht auf Schiller", "Wahrheit und Wissenschaft" und in "Die Philosophie der Freiheit".

Taten, die aus der vollen Freiheit des Menschen gesetzt werden, sind nicht durch das Karma bedingt:

"Nur solche Handlungen sind frei, bei denen der Mensch gar nicht auf Grund der Vergangenheit arbeiten würde, sondern bei denen er nur dem gegenübersteht, was durch die kombinierende und produktive Tätigkeit seiner Vernunft an Handlungen in die Welt hineinkommen kann. Solche Handlungen nennt man im Okkultismus: Aus dem Nichts heraus schaffen. Alle anderen Handlungen sind aus dem Karma heraus geschaffen." (Lit.: GA 93a, S 121ff)

Was der Mensch in voller Freiheit tut, schafft auch kein neues Karma. Im Okkultismus wird das auch als das Handeln aus dem Nirvana bezeichnet. Solange allerdings der Mensch das Karma aus seinen früheren Inkarnationen nicht vollständig ausgeglichen hat, kann er nicht in vollkommener Freiheit leben - ein Teil seiner Taten wird notwendig durch die Vergangenheit bestimmt sein.

Literatur

  1. Rudolf Steiner: Grundelemente der Esoterik, GA 93a (1987)
Literaturangaben zum Werk Rudolf Steiners folgen, wenn nicht anders angegeben, der Rudolf Steiner Gesamtausgabe (GA), Rudolf Steiner Verlag, Dornach/Schweiz
Email: verlag@rudolf-steiner.com URL: http://www.rudolf-steiner.com. Hier wird auch eine Volltextsuche im schriftlichen Gesamtwerk angeboten.

Ein sehr hilfreiches Werkzeug zur Orientierung in Steiners Gesamtwerk ist Christian Karls kostenlos online verfügbares Handbuch zum Werk Rudolf Steiners.

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