Hüter der Schwelle
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Es gibt im wesentlichen nicht nur einen, sondern zwei verschiedene «Hüter der Schwelle», die dem heutigen Menschen, sofern er dafür noch nicht reif ist, den unmittelbare Einblick in die geistige Welt verwehren:
Die sinnliche Außenwelt legt sich wie ein Schleier über das Geistige, das in der Natur waltet. Es ist der große Hüter der Schwelle, der uns zunächst davon abhält, bewusst in den geistigen Makrokosmos einzutreten.
Suchen wir unser eigenes Wesen, den Mikrokosmos, zu ergründen, tritt uns, ohne dass wir uns dessen zunächst bewusst werden, der kleine Hüter der Schwelle entgegen. Im Inneren erlebt der Mensch zwar Geistiges und Seelisches, nämlich seine Gedanken, Gefühle, Willensimpulse usw. Aber diese zeigen ihm sein eigenes geistiges Wesen nicht in ihrer wahren Gestalt, sondern verhüllen es so, dass der Mensch seinem eigenen Wesen nicht unvorbereitet gegenübertreten kann.
"Der Hüter der Schwelle" nannte Rudolf Steiner auch sein viertes Mysteriendrama, in dem er auch zwei Hütergestalten auftreten lässt. Der kleine Hüter tritt dort als Doppelgänger dem Geistesschüler Johannes Thomasius entgegen und begleitet ihn bei seiner weiteren geistigen Entwicklung. Die zweite Wächtergestalt, die im Drama als der Hüter der Schwelle bezeichnet wird, ist der Beherrscher des Doppelgängers, die allerdings noch nicht ganz identisch ist mit der erhabenen Lichtgestalt des großen Hüters, aber doch einen Schritt auf dem Weg zur Begegnung mit diesem bedeutet. Tatsächlich gibt es nicht nur einen kleinen Hüter und einen großen Hüter der Schwelle, sondern beide Hüter können sich in mehreren Erscheinungsformen offenbaren, die den jeweiligen Entwicklungsgrad des Geistesschülers widerspiegeln.


