Herman Grimm

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Herman Grimm (* 6. Januar 1828 in Kassel; † 16. Juni 1901 in Berlin) deutscher Kunsthistoriker und Publizist.

Herman Grimm
Herman Grimm

Inhaltsverzeichnis

Leben

Der Sohn von Wilhelm Grimm und dessen Ehefrau Dorothea und Schüler von Leopold von Ranke lebte ab 1841 in Berlin. Dort ging er bei Bettina von Arnim ein- und aus. Alle Älteren kamen für ihn noch unmittelbar aus der Welt Goethes, hatten ihn gekannt oder doch zumindest noch zu seinen Lebzeiten von ihm gehört. Jedes Mal, wenn er zu Bettine von Arnim kam, wurde ihm dort irgendetwas von Goethe geschenkt - Abschriften von Gedichten u.a. 1859 heiratete er deren Tochter Gisela von Arnim. Nach 1847 begonnenen juristischen und philologischen Studien promovierte er 1868 in Leipzig und habilitierte sich schließlich 1870 in Berlin. Er gehörte zu den Mitbegründern der Goethe-Gesellschaft und war einer der Herausgeber der Weimarer Ausgabe von Goethes Werken. Er hing dem Buddhismus an.

Stil

Grimms Werke sind in einem lebendigen Stil geschrieben. Sie führen den Leser nicht nur aus eingefahrenen Denkbahnen heraus, sondern ermöglichen es ihm auch, sich an einen freien Umgang mit der Sprache zu gewöhnen - vor allem die Goethe-Vorlesungen. Er hat sie, auch noch nach der ersten Veröffentlichung, gründlichst ausgearbeitet, aber immer so, dass am Schluss vor allem ein einfacher Stil dabei herauskam. Dass diese Einfachheit gewollt ist, kann man oft ganz deutlich sehen - aber das wirkt bei ihm nicht künstlich, so gut sind seine teils geradezu kindlichen Formulierungen. Vor allem Fremdworte handhabt er nur nach dem Volkmund. Dadurch gehört er zu den wichtigsten Schriftstellern des 19. Jahrhunderts.

Geistige Bedeutung

Grimms Werke über Raffael, Michelangelo und Goethe ermöglichen es so sehr wie kaum irgendwelche andere, die Wirklichkeit jener früheren Zeiten zu begreifen und ihr Fortwirken im Heute auszumachen. In großer Zahl verbreitet, werden sie noch lange für die Studenten aller Fachrichtungen Brücken in ein waches und optimistisches Gedankenleben sein. Schüler der Berliner Universität aus Grimms Zeit haben berichtet, die große Autorität in der Germanistik sei damals Erich Schmidt gewesen, sie aber letztlich doch alle Schüler Herman Grimms!

Bedeutung für Rudolf Steiner

Rudolf Steiner ging 1891 nach Weimar, um mit Grimm an der Weimarer Ausgabe zu arbeiten und die naturwissenschaftlichen Schriften herausgeben. Karl-Julius Schröer hatte das vermittelt, Erich Schmidt den Brief an Steiner geschrieben. Steiner hat Grimm über alles bewundert, der Grundgedanke am Beginn seiner "Philosophie der Freiheit" - man solle sich dem Begriff erlebend gegenüberstellen, sonst gerate man unter seine Knechtschaft - kann durch Grimms Stil, der ganz systematisch unpedantisch ist, sich nicht an Worte klammert, sondern stets darauf abzielt, dass der Leser mitdenkt und den Geist der Sache schon mehr oder weniger von alleine erfassen wird, nicht unbeeinflusst geblieben sein.

Werke

  • Raffael
  • Novellen
  • Homers Ilias
  • Albrecht Dürer
  • Aufsätze zur Literatur
  • Deutsche Künstler. Sieben Essais
  • Neue Essays über Kunst und Literatur
  • Goethes Freundschaftsbund mit Schiller
  • Achim von Arnim und die ihm nahe standen
  • Vom Geist der Deutschen. Gedanken. Ein Brevier
  • Goethe. Vorlesungen gehalten an der Kgl. Universität zu Berlin
  • Goethe in Italien. Vorlesung, gehalten zum Besten des Goethedenkmals in Berlin
  • Die Cartons von Peter von Cornelius in den Sälen der Königl. Akademie der Künste zu Berlin
  • Michelangelo: Sein Leben in Geschichte und Kultur seiner Zeit, der Blütezeit der Kunst in Florenz
  • Das Jahrhundert Goethes. Erinnerungen und Betrachtungen zur deutschen Geistesgeschichte des neunzehnten Jahrhunderts
  • Zehn Ausgewählte Essays zur Einführung in das Studium der Modernen Kunst
  • Correspondence between Ralph Waldo Emerson and Herman Grimm. Ed. by Frederick William Holls. Port Washington, London: Kennikat Pr. 1971 (Literary America in the 19th Century. Kennikat Press scholarly Reprints)
  • Briefwechsel zwischen Jacob und Wilhelm Grimm aus der Jugendzeit
  • Briefwechsel mit Marianne von Willemer

Weblinks


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