Lipikas

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Die Lipikas (sanskrt. Schreiber) sind nach indisch-theosophischer Auffassung die Herren des Karmas. Sie tragen unsere Taten und Gedanken in die Akasha-Chronik ein und sind als Schicksalsgötter unsere geistigen Helfer, wenn wir zu einer neuen irdischen Verkörperung herabsteigen, um hier unser in früheren Inkarnationen aufgehäuftes Schicksal auszutragen.

Auf dem Weg zur irdischen Inkarnation wird dem Ich zunächst ein neuer Astralleib angegliedert, der sich dann wieder mit einem Ätherleib und physischen Leib verbinden kann, zu denen bzw. zu dem passenden Elternpaar wir durch die Lipikas geführt werden. Der Astralleib verlangt sehr drängend nach äußerer sinnlicher Wahrnehmung und daher schwindet das Bewusstsein für die geistige Welt. Es tritt ein bewusstloser Zustand ein. Das Bewusstsein erhellt sich erst wieder nach der Angliederung eines neuen Ätherleibes und des physischen Leibes. Ähnlich wie wir beim Tod eine Lebensrückschau haben, tritt nun eine Lebensvorschau auf, bei der uns alle Hindernisse gezeigt werden, die wir künftig überwinden müssen, um in rechter Weise geistig voranzuschreiten.

"Diese Lipikas sind äußerst geheimnisvolle und okkulte Wesenheiten in den strukturellen Harmonien der Universalen Natur und tatsächlich im Aufbau des Kosmos. Nur wenig ist öffentlich über die Lipikas gesagt worden, und dennoch ist der Platz, den sie im Universum einnehmen, deutlich genug. Sie sind in der Tat Dhyani-Chohans allerhöchsten Ranges in den sogenannten Arupa-Welten. Weil sie tatsächlich die ersten Kanäle oder Vehikel sind, durch die die kosmische Ideenbildung zur Offenbarung kommt oder hindurchfließt, werden sie dadurch zu den höchsten und mächtigsten Instrumenten von Karma, das aus Samen hervorgeht, die in der Struktur der kosmischen Ideenbildung bewahrt werden. Daher werden die Lipikas als die Agenten Karmas bezeichnet. Und ferner, weil sie nicht nur kosmische Ideen nach unten an tiefer stehende Hierarchien verteilen, sondern karmische Ergebnisse hinauftragen, um sie sozusagen in der Sammlung der kosmischen Ideenbildung zu deponieren, werden sie, vor allem aus letzterem Grund, als Schreiber Karmas oder als Aufzeichner Karmas usw. bezeichnet." (Lit.: Purucker, S 117f)

Literatur

  1. Gottfried de Purucker: Wind des Geistes, Theosophischer Verlag GmbH, 1995, ISBN 3-930623-15-3
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