Meditation

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Die Meditation (von lat. meditatio = Nachdenken) ist eine grundlegende geistige Übung, bei der durch die willentliche Konzentration auf eine Tätigkeit, eine Wahrnehmung, einen Gedanken oder ähnliches die Seelenkräfte gestärkt und durchformt werden. Es werden dadurch allmählich im Astralleib seelische Organe ausgebildet, die zu einer höheren geistigen Wahrnehmung und einem damit verbundenen höheren Bewusstseinszustand führen. In rechter Weise werden diese seelischen Wahrnehmungsorgane aber nur ausgebildet, wenn der Astralleib zuvor einer gründlichen Reinigung (Katharsis) unterworfen wurde. Geschieht dies nicht, so werden durch die Meditationsübung auch alle noch im Astralleib waltenden negativen Kräfte, wie etwa Eitelkeit, Unehrlichkeit, Neid usw., verstärkt und der Geistesschüler dadurch auf moralisch bedenkliche Abwege geführt. Es gilt daher als goldene Regel für jedes geistige Erkenntnisstreben:

"Und diese goldene Regel ist: wenn du einen Schritt vorwärts zu machen versuchst in der Erkenntnis geheimer Wahrheiten, so mache zugleich drei vorwärts in der Vervollkommnung deines Charakters zum Guten." (Lit.: GA 10)

Zu beachten ist auch, dass während der Meditation das eigene Denken zu schweigen hat. Nur wenn wir uns unseres Denkens enthalten, kann sich die geistige Welt in uns in ihrer eigenen Gestalt kundgeben. Durch die Meditation wird zwar unsere Denkkraft gestärkt, aber sie dient nun nicht mehr unserem eigenen Nachdenken, sondern sie wird zum seelischen Wahrnehmungsorgan umgebildet. Ohne das Opfer des Intellekts ist eine höhere geistige Erkenntnis nicht möglich.

Drei Stufen der höheren Erkenntnis können wir unterscheiden:

Die Erleuchtung wird erreicht, wenn sich die Tätigkeit der durch die Meditation ausgebildeten astralischen Organe im Ätherleib abdrückt. Der Geistesschüler hat dann das imaginative Bewusstsein ausgebildet, das im die Geistige Welt in seelischen Bilder vor das innere Auge rückt. Die wahre Bedeutung dieser geistigen Bilder kann aber auf dieser Erkenntnisstufe noch nicht mit völliger Sicherheit erkannt werden.

Eine noch höhere Stufe der geistigen Erkenntnis wird erreicht, wenn durch fortgesetzte Meditation die imaginativen Bilder willentlich unterdrückt und bei vollem Wachen ein Zustand völliger Leere im Bewusstsein hergestellt wird. Dann beginnt sich das Bewusstsein alsbald mit Inspirationen zu erfüllen, durch sich die Wesen der geistigen Welt in ihrer wahren geistigen Bedeutung und in ihrem Verhältnis zueinander auszusprechen beginnen. Erst auf dieser Erkenntnisstufe kann eine sichere geistige Erkenntnis errungen werden.

Die höchste Erkenntnisstufe, die Intuition, führt schließlich zu einer vollkommen Einswerdung mit den Wesen der geistigen Welt, in dem das eigene Bewusstsein unmittelbar in dem ihren erwacht.

In seiner Schrift Wie erlang man Erkenntnisse der höheren Welten? hat Rudolf Steiner einige grundlegende Meditationen geben, so etwa die Samenkorn-Meditation. Eine weitere Meditation von großer Bedeutung, die Steiner in seiner Geheimwissenschaft im Umriß schildert, ist die Rosenkreuz-Meditation.

Siehe auch

Literatur

  1. Rudolf Steiner: Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?, GA 10 (1904/05), Kapitel Kontrolle der Gedanken und Gefühle
Literaturangaben zum Werk Rudolf Steiners folgen, wenn nicht anders angegeben, der Rudolf Steiner Gesamtausgabe (GA), Rudolf Steiner Verlag, Dornach/Schweiz
Email: verlag@rudolf-steiner.com URL: http://www.rudolf-steiner.com. Hier wird auch eine Volltextsuche im schriftlichen Gesamtwerk angeboten.

Ein sehr hilfreiches Werkzeug zur Orientierung in Steiners Gesamtwerk ist Christian Karls kostenlos online verfügbares Handbuch zum Werk Rudolf Steiners.

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