Sexuelle Askese

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Sexuelle Askese erleichtert zwar die okkulte Entwicklung, Keuschheit ist aber keineswegs eine notwendige Bedingung für den geistigen Fortschritt:

"Der okkulte Lehrer ist natürlich genötigt zu sagen, daß der Weg, den ein in sexueller Beziehung asketischer Mensch geht, anders ist, als derjenige, den ein Mensch geht, welcher sich in dieser Beziehung der Aufgabe nicht entzieht, der Menschheit Dienste zu leisten. Was von dem okkulten Lehrer in dieser Richtung gesagt wird, das erfährt dann bald die Umdeutung: die Askese sei eine Bedingung okkulter Entwickelung. Wahr ist vielmehr etwas ganz anderes. Die Askese in sexueller Beziehung erleichtert den okkulten Pfad, macht ihn in einer gewissen Beziehung bequemer. Wer also aus reinem Egoismus der Erkenntnis heraus vor allem «Schauen» will, der kann sich versprechen, bald zu einem gewissen Ziele zu kommen durch eine gewissen Askese nach dieser Richtung. Es kann aber keine Verpflichtung zu einer solchen Askese geben, sondern nur eine Berechtigung, die man sich erst erwerben muß. Sie besteht einzig darinnen, daß man die Möglichkeit erlangt, der Menschheit einen vollgültigen Ersatz dafür zu geben, wenn man sich der sonst vorliegenden Verpflichtung entzieht, Gelegenheit zur Verkörperung von Seelen zu geben. Sie sehen also, daß Askese in dieser Richtung nicht Regel sein darf, sondern nur unter gewissen Voraussetzungen manchem Okkultisten zugestanden werden kann." (Lit.: GA 264, S 40)

Siehe auch

Literatur

  1. Rudolf Steiner: Zur Geschichte und aus den Inhalten der ersten Abteilung der Esoterischen Schule 1904 - 1914, GA 264 (1984)
Literaturangaben zum Werk Rudolf Steiners folgen, wenn nicht anders angegeben, der Rudolf Steiner Gesamtausgabe (GA), Rudolf Steiner Verlag, Dornach/Schweiz
Email: verlag@steinerverlag.com URL: www.steinerverlag.com. Die Volltextsuche im schriftlichen Gesamtwerk ist derzeit leider nicht verfügbar.

Ein sehr hilfreiches Werkzeug zur Orientierung in Steiners Gesamtwerk ist Christian Karls kostenlos online verfügbares Handbuch zum Werk Rudolf Steiners.

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