Alter Saturn
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Der alte Saturn, nicht zu verwechseln mit unserem gegenwärtigen Saturn, war die erste Verkörperung unserer Erde bzw. unseres ganzen Planetensystems. Er bestand gänzlich aus Wärme und war ein reich gegliederter Wärmeorganismus. Die Geister des Willens (Throne), die die Saturnsphäre umgaben, leiteten die Saturnentwicklung. Der höchste Regent der Saturnentwicklung wird als Vater bezeichnet. Der alte Saturn entstand dadurch, dass die Throne das ihrem Wesen innewohnende Willens-Feuer als äußere Wärmesubstanz hinopferten. Im Zuge der Saturnentwicklung verwandelte sich diese innere Wärme erst nach und nach zur äußerlich wahrnehmbaren Wärme. Innerhalb der Wärmemassen des Saturn war es finster; nur gegen Ende der Entwicklung begann der Saturn etwas aufzuleuchten.
Die Weltenmission des Saturn war es, nach außen den physischen Leib zu gestalten und nach innen die Möglichkeit des Willens zu geben. (Lit.: GA 121, 5.Vortrag)
Der alte Saturn ist aus der Region der Dauer, der Ewigkeit, hervorgetreten, die durch den Tierkreis repräsentiert wird. Die Zeit entstand erst im Laufe der Saturnentwicklung - darum wird der Saturn in der griechischen Mythologie als Chronos bezeichnet. Auf dem alten Saturn gab es noch keinen Raum im eigentlichen Sinn, alle räumlichen Schilderungen können hier nur einen vergleichsweisen Charakter haben.
Als helfende Geister standen den Thronen die Geister der Weisheit, die Geister der Bewegung und die Geister der Form zur Seite. Umgeben war der ganze Saturn vom Reigen der Cherubim und Seraphim, der sich heute in Form der Tierkreiswesenheiten zeigt. Dieser allererste Schöpfungstag (der aber nicht unmittelbar auf die in der Bibel genannten Schöpfungstage bezogen werden darf, die nur eine spätere kleinere Wiederholung der großen Schöpfungstage darstellen) heißt in der esoterischen Sprache auch: Dies Saturni = Saturntag. (Lit.: GA 99, 9.Vortrag)
Auf dem alten Saturn machten die Geister der Persönlichkeit (Archai) ihre Menschheitsstufe durch, d.h. sie entwickelten hier ihr Ich. Durch ihre Tätigkeit bildeten sich an der Oberfläche des Saturns Wärme-Eier, die in der Folge im rhythmischen Wechsel wieder aufgelöst und neu gebildet wurden. Dieser Prozess glich einem Aus- und Einatmen des Saturns. Dadurch, dass gewisse Geister der Persönlichkeit später nicht alle Wärmeeier wieder auflösen konnten, entstand im Saturnleben allmählich eine Zweiheit aus innerer und äußerer Wärme. So gab es am Ende des Saturnlebens ein höheres und ein niederes Wärmereich. Das niedere, aus äußerer Wärme bestehende Saturnreich musste am Ende der Saturnentwicklung durch die Throne aufgelöst werden, damit der nur mehr rein übersinnlich erfassbare Ruhezustand (Pralaya) eintreten konnte, mit dem die Entwicklung zur nächsten planetarischen Verkörperung unserer Erde, nämlich zur alten Sonne, hinübergeleitet werden konnte.
Von allen heutigen Naturreichen gabe es damals nur das Menschenreich in seiner ersten Anlage, noch keine Tiere, Pflanzen oder Mineralien. Und von allen Wesensgliedern des Menschen war erst der physische Leib ausgebildet. Die von den Geistern der Persönlichkeit erzeugten Wärme-Eier bildeten die Grundlage dieses physischen Leibes des Menschen, der ausschließlich aus lebloser, unbeseelter äußerer mineralischer Wärme bestand; die dichteren Elemente gab es noch nicht. Zu dieser Zeit wurden auch die physischen Sinnesorgane des Menschen als spezifische Ausformungen dieses Wärmeleibes veranlagt. Der ganze Kosmos, repräsentiert durch die zwölf Tierkreiswesen, war der Erbauer dieser Sinnesorgane, von denen es deshalb genau 12 gibt. Der Mensch hatte damals ein tiefes allumfassendes Trance-Bewusstsein, wie es heute die Mineralien haben.
Literatur
- Rudolf Steiner: Aus der Akasha-Chronik, GA 11 (1904-1908), Kapitel Das Leben des Saturn
- Rudolf Steiner: Die Geheimwissenschaft im Umriß, GA 13 (1909), Kapitel Die Weltentwicklung und der Mensch
- Rudolf Steiner: Die Theosophie des Rosenkreuzers, GA 99, Neunter Vortrag, München, 2. Juni 1907
- Rudolf Steiner: Die Mission einzelner Volksseelen, GA 121 (1982), Fünfter Vortrag, Kristiania, 11. Juni 1910
| Literaturangaben zum Werk Rudolf Steiners folgen, wenn nicht anders angegeben, der Rudolf Steiner Gesamtausgabe (GA), Rudolf Steiner Verlag, Dornach/Schweiz Email: verlag@rudolf-steiner.com URL: http://www.rudolf-steiner.com. Hier wird auch eine Volltextsuche im schriftlichen Gesamtwerk angeboten. Ein sehr hilfreiches Werkzeug zur Orientierung in Steiners Gesamtwerk ist Christian Karls kostenlos online verfügbares Handbuch zum Werk Rudolf Steiners. |
Weblinks
GA 11: Aus der Akasha-Chronik (1904/05) - Der gesamte Text als PDF-Dokument.
GA 13: Die Geheimwissenschaft im Umriss (1910) - Der gesamte Text als PDF-Dokument.
- GA 121: Die Mission einzelner Volksseelen im Zusammenhang mit der germanisch-nordischen Mythologie - Der gesamte Text online.


