Nahtod-Erfahrung

Aus AnthroWiki

Wechseln zu: Navigation, Suche
Der Flug zum Himmel (Hieronymus Bosch)
Der Flug zum Himmel (Hieronymus Bosch)

Eine Nahtod-Erfahrung (Todesnäheerfahrung, engl. near-death experience, near death experience, NDE) tritt häufig bei Menschen auf, die für begrenzte Zeit klinisch tot waren – beispielsweise während einer Operation, in Folge eines Verkehrsunfalls oder kurz vor dem Ertrinken. Durch die Todesnähe löst sich der Ätherleib bereits teilweise vom physischen Leib, wodurch ein partielles Todeserlebnis ausgelöst wird.

Inhaltsverzeichnis

Abgrenzung

Nahtoderfahrungen lassen sich von Außerkörperlichen Erfahrungen (out-of-body experiences) abgrenzen. Nahtoderfahrungen sind in der Regel gekoppelt mit Zuständen eines sterbenden Körpers (Herzstillstand, starke Unterkühlung, massiver Blutverlust, stark fortgeschrittene Krankheit etc.). Maßgeblich für eine Nahtoderfahrung scheint auch die psychische Todesnähe zu sein, also das subjektive Gefühl zu sterben.

Außerkörperliche Erfahrungen hingegen werden berichtet von Personen, die sich entweder a) in psychischen Bedrohungssituationen oder b) in einem tief entspannten Zustand befunden haben. Nahtodberichte enthalten in der Regel Elemente von außerkörperlichen Erfahrungen (der Körper wird von außen wahrgenommen).

Als Auswirkung läßt sich nach Nahtoderfahrungen häufig eine starke Veränderung der Lebensgestaltung beobachten. Bei außerkörperlichen Erfahrungen läßt sich demgegenüber in der Regel kein großer Wandel im Lebensverlauf feststellen.

Berichte

Menschen, die nach einer Phase des klinischen Todes reanimiert wurden, berichten vom Fortbestehen des Gefühls der eigenen Identität, einem Gefühl des umfassenden Begreifens und der universalen Erkenntnis oder der Gewissheit, Teil des Universums zu sein, mitunter auch von Wahrnehmungen wunderbarer Landschaften, einem veränderten Zeit- und Schweregefühl oder dem Eindruck rasender Geschwindigkeit, der Vision einer Grenze und zuletzt einer Phase der "Rückkehr" ins reale Leben.

Auch wird davon berichtet, dass man seinen Körper verlassen konnte, durch eine Art Tunnel einem hellen Licht entgegenschwebte, vormals nahestehenden Verstorbenen begegnete, wie in einem schnellen Film auf das ganze vergangene Leben zurückblickte und grenzenlose Liebe in Form einer Lichtgestalt erfuhr (unter Umständen identifiziert mit Christus, einem Propheten, Engel oder Gott).

Die Wahrnehmungen erfolgen optisch, akustisch und auch über den Tast-, Geruchs- und Geschmackssinn. Ein spezielles Phänomen ist die so genannte Lebensbilderschau bzw. das panoramatische Erlebnis, bei dem das Leben vor dem inneren Auge im Zeitraffer vorbeizuziehen scheint.

Das Alter, das Geschlecht, die berufliche Laufbahn des Einzelnen, sein kulturelles Umfeld oder seine Religion können für die Nahtod-Erfahrungen eine Rolle spielen: So gibt es zum Beispiel Berichte über kulturell bedingt unterschiedliche Arten der Fortbewegung durch den Tunnel.

Bei Überlebenden mit Nahtod-Erfahrungen löst das transzendente Erlebnis oft einschneidende Veränderungen ihres Lebens aus. Sie sind fest davon überzeugt, dass das, was sie erlebt haben, real war.

Die Überlebenden mit Nahtoderfahrungen berichten häufig, dass diese Erfahrungen eine sehr lange Zeit – etwa mehrere Wochen – zu dauern schien.

Zu beachten ist auch, dass ein Teil der klinisch Toten, die reanimiert werden konnten, nicht von Nahtoderlebnissen berichtet oder negative und angstvolle Wahrnehmungen erlebte.

Nahtoderfahrungen von Hirntoten (Pam-Reynolds-Fall)

Berichten zufolge können auch hirntote Menschen Nahtoderlebnisse haben. Als Beispiel sei der Fall Pam Reynolds angeführt (USA 1991). Während die Patientin einer Gehirnoperation unterzogen wurde, zeigten mehrere Messinstrumente eindeutig, dass im Gehirn keinerlei Aktivität vor sich ging. Und obwohl die Augen der Patientin zugeklebt und die Ohren wegen der Hirnstrommessungen zugestöpselt waren, konnte Reynolds hinterher detailgenau berichten, was sie etwa zwei Meter über dem OP-Tisch schwebend erlebt hatte. Sie konnte die Gespräche während der Operation wiedergeben und von den Eingriffen an ihrem Gehirn berichten.

Die Operation fand unter künstlicher Hpyothermie statt, das Gehirn ist blutleer, der Körper bis auf 13 Grad abgekühlt, dieser Zustand kann bis zu einer halben Stunde anhalten. Pam schwört Stein und Bein daß sie ihre Erfahrung zum Zeitpunkt des blutleeren Gehirns hatte. Da sie jedoch bereits beobachen konnte, daß das medizinische Team Schwierigkeiten bei der Ausleitung des Blutes hatte, muß das Gehirn zumindest am Anfang der Erfahrung noch eine (Rest)versorgung mit Blut gehabt haben. Da aus der Notfallmedizin jedoch bekannt ist, daß ein nicht mehr durchblutetes Gehirn nach maximal 10 Sekunden zur Bewußtlosigkeit führt, ist eine außerkörperliche Erfahrung unter diesen Umständen doch zumindest ein starkes Indiz für die Unabhängigkeit des Bewußtseins vom Gehirn. -- Martin Reichert

Die Faktenlage dieses von der BBC und der ARD dokumentierten Falls ist allerdings umstritten. Eine kritische Auseinandersetzung findet sich in folgendem Artikel:

Schulmedizinische Deutung

Die Medizin deutet die Erlebnisse als Halluzinationen, die in erster Linie durch die DMT-Ausschüttung im Gehirn des klinisch Toten hervor gerufen werden. Die Untersuchungen [1] haben ergeben, dass Versuchspersonen, denen hohe Dosen von DMT intravenös zugeführt wurden, von Nahtodeserfahrungen und mystischen Erlebnissen berichteten. Auch unter LSD-Einfluss kommt es zu vergleichbaren Halluzinationen. Weitere Untersuchungen an Piloten und Astronauten, die hohen Beschleunigungen ausgesetzt gewesen sind und dabei für kurze Zeit ihr Bewusstsein verloren haben, berichten von ähnlichen Wahrnehmungen.

Literatur

  • Evelyn Elsaesser-Valarino, Erfahrungen an der Schwelle des Todes. Wissenschaftler äußern sich zur Nahtodeserfahrung., ISBN 3720518892
  • Werner Thiede, Die mit dem Tod spielen. Okkultismus – Reinkarnation – Sterbeforschung, ISBN 3579009753
  • Raymond A. Moody Leben nach dem Tod
  • Elisabeth Kübler-Ross Geborgen im Leben
  • Student, J.-C. (Hrsg.): Sterben, Tod und Trauer – Handbuch für Begleitende. 2.Auflage, Herder, Freiburg 2006
  • Ring, K., Den Tod erfahren – das Leben gewinnen. Scherz-Verlag, München 1985, ISBN 350213619X (laut Amazon nicht mehr lieferbar)
  • Hubert Knoblauch: Berichte aus dem Jenseits. Mythos und Realität der Nahtod-Erfahrung. Herder, 2002.

Weblinks


Dieser Artikel basiert (teilweise) auf dem Artikel Nahtod-Erfahrung aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
Persönliche Werkzeuge
Home | Suchen | Rudolf Steiner | Forum | Interaktiv! | Vorträge | Links | Veranstaltungen | Adressen | Bibliothek | Bücher | Download

Hosted by Site5.com

Wolfgang Peter, Ketzergasse 261/3, A-2380 Perchtoldsdorf, Tel/Fax: +43-1-86 59 103, Mobil: +43-676-9 414 616 
www.anthroposophie.net        Impressum       Email: wolfgang@anthroposophie.net 

Free counter and web stats